0821 / 24294753
Melanie Schmaler - jameda.de

Traumatherapeutische Unterstützung in Augsburg

Wenn belastende Erfahrungen bis heute nachwirken

Manche Erfahrungen hinterlassen Spuren, auch wenn sie schon lange zurückliegen. Vielleicht merken Sie, dass bestimmte Situationen starke Gefühle auslösen, Erinnerungen immer wieder auftauchen oder Ihr Körper mit Anspannung und Unruhe reagiert. Manchmal lässt sich auch gar kein einzelnes Ereignis benennen und dennoch besteht das Gefühl, dass Erlebtes bis heute nachwirkt.

In meiner Praxis in Augsburg biete ich Ihnen einen geschützten Rahmen, um sich belastenden Erfahrungen behutsam anzunähern. Dabei stehen Ihre persönliche Situation, Ihre Bedürfnisse und Ihr individuelles Tempo im Mittelpunkt.

Was kann als traumatisch erlebt werden?

Ob eine Erfahrung traumatisch wirkt, hängt nicht allein davon ab, was objektiv geschehen ist. Entscheidend ist auch, wie ein Mensch eine Situation erlebt und welche Möglichkeiten ihm in diesem Moment zur Verfügung standen, damit umzugehen.
Belastende Erfahrungen können beispielsweise sein:
  • Unfälle oder schwere Erkrankungen
  • Verlust und Tod eines nahestehenden Menschen
  • Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen
  • Vernachlässigung oder belastende Erfahrungen in der Kindheit
  • Trennung und Verlust wichtiger Beziehungen
  • Mobbing und Ausgrenzung
  • plötzlich auftretende bedrohliche Situationen
  • wiederholte emotionale Verletzungen
  • belastende Erfahrungen innerhalb der Familie oder Partnerschaft
  • Umweltkatastrophen
Auch länger andauernde Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen. Insbesondere dann, wenn Sicherheit, Geborgenheit oder verlässliche Beziehungen gefehlt haben.

Woran können sich die Folgen belastender Erfahrungen zeigen?

Nicht jeder Mensch reagiert auf belastende Erlebnisse gleich. Manche Auswirkungen zeigen sich unmittelbar, in diesem Fall spricht man im psychotherapeutischen Fachjargon von einer "Akuten Belastungsreaktion" (ICD-10 Kodierung: F43.0). Die Auswirkungen, die Menschen erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später als psychische und/oder körperliche Symptome erleben, werden mit der Diagnose der "Posttraumatischen Belastungsstörung" beschrieben (ICD-10 Kodierung: F43.1).

Traumatische oder stark belastende Erfahrungen können sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar machen:

Innere Unruhe und Anspannung

Sie haben Schwierigkeiten abzuschalten oder fühlen sich häufig angespannt und in ständiger Alarmbereitschaft. Selbst in eigentlich sicheren Situationen fällt es schwer, wirklich zur Ruhe zu kommen. Betroffene beschreiben dies so, als ob ihr gesamter Organismus ständig die gesamte Umgebung nach Gefahren "abscannen" würde. Dies kann zu einer erheblichen Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Konzentration und auf längere Sicht zu Erschöpfungszuständen führen.

Ängste und Unsicherheit als Reaktion auf "Trigger", Vermeidung und Rückzug

Bestimmte Situationen, Orte, Geräusche, Gerüche, Verhaltensweisen von Mitmenschen oder Begegnungen lösen unmittelbar und plötzlich starke Unsicherheit oder Angst aus (sogenannte "Trigger") . Manchmal ist Ihnen selbst nicht unmittelbar bewusst, warum Sie so intensiv reagieren.
Als intuitive, jedoch dauerhaft nicht zielführende Strategie entwickelt sich bei Betroffenen oft ein Verhalten von Vermeidung und Rückzug: Trigger-Situationen werden konsequent umgangen, wodurch sich der persönliche Handlungsspielraum im Alltag massiv einschränken kann.

Schwierigkeiten mit Nähe und Vertrauen

Belastende Erfahrungen können beeinflussen, wie sicher wir uns in Beziehungen fühlen. Wenn unser Vertrauen massiv verletzt wurde oder ein schwerer Eingriff in die eigene Intimsphäre oder Integrität geschehen ist, kann es danach schwieriger werden, Vertrauen aufzubauen, Nähe zuzulassen oder eigene Grenzen wahrzunehmen. In schweren Fällen können diese natürlichen sozialen Fähigkeiten schwer beschädigt werden oder fast gänzlich verloren gehen.

Wiederkehrende Erinnerungen - "Flashbacks"

Gedanken, Bilder oder Erinnerungen an belastende Situationen tauchen immer wieder auf. Bestimmte Reize können Gefühle hervorrufen, die sich anfühlen, als wäre das Erlebte noch ganz nah. Diese "inneren Filme" drängen sich Betroffenen unkontrolliert und unsteuerbar auf - das Trauma oder Teile davon werden auf quälende Weise wieder und wieder durchlebt.

Depersonalisation, Derealisation und Dissoziation

In besonders schweren Fällen kommt es zu Zuständen, bei denen es sich für die betroffene Person anfühlt, als würde sie aus ihrem Körper heraustreten und alles nur noch wie aus einer Beobachterposition heraus sehen ("Depersonalisation"). Oder aber die Umwelt und die Situation, in der man gerade ist, fühlt sich plötzlich unecht und unwirklich an ("Derealisation"). Ein ebenfalls schweres Symptom ist die sogenannte "Dissoziation": Hier spaltet sich das Bewusstsein für eine bestimmte Zeit so weit ab, dass der Betroffene sich beispielsweise kurzzeitig nicht mehr bewegen oder sprechen kann, manchmal auch in Verbindung mit einer Art "Blackout" bzw. anschließender fehlender Erinnerung an das Geschehen. Bei diesen Symptomen handelt es sich um Schutzmechanismen der Seele, die während des unmittelbaren Erlebens jedoch äußerst beängstigend sein können.

Körperliche Reaktionen

Psychische Belastungen können sich auch körperlich bemerkbar machen - beispielsweise durch dauerhafte körperliche Anspannung, Schlafprobleme, Herzklopfen, übermäßiges Schwitzen, Schwindelanfälle, oder andere Stressreaktionen. Eine schwere körperliche Reaktion in Trigger-Sitatuationen kann sich auch in Krampfanfällen äußern, die epileptischen Anfällen ähneln, jedoch eine psychische, nicht organische Ursache haben.

Traumatherapeutische Unterstützung - behutsam und in Ihrem Tempo

Bei traumatherapeutischer Arbeit geht es nicht darum, belastende Erlebnisse möglichst schnell noch einmal vollständig zu durchleben. Ein wichtiger Bestandteil ist zunächst, Sicherheit und Stabilität zu schaffen und vorhandene Ressourcen zu stärken.

Gemeinsam schauen wir, was Sie aktuell benötigen und welche Vorgehensweise für Sie passend ist. Dabei bestimmen Sie jederzeit selbst, worüber Sie sprechen möchten und wie weit Sie sich einem Thema annähern können. Ziel unserer Zusammenarbeit kann es sein, belastende Erfahrungen besser einzuordnen, eigene Reaktionen verständlicher zu machen und neue Möglichkeiten im Umgang mit belastenden Gefühlen und Situationen zu entwickeln.

Besonders wichtig ist mir dabei aber, meine persönlichen und fachlichen Grenzen jederzeit zu wahren. Es gibt bestimmte Fälle und Konstellationen, in denen ich aus guten Gründen eine Behandlung ablehnen muss. Deshalb ist eine sorgfältige Anamnese unerlässlich, um einschätzen zu können, ob eine Behandlung in meiner Praxis möglich und sinnvoll für Sie ist. Sie können hier jederzeit 100%ige Transparenz und Ehrlichkeit von mir erwarten. Bei schweren Symptomen wie regelmäßigen bzw. andauernden dissoziativen Zuständen, Depersonalisation und/oder Derealisation ist ein rein ambulanter Rahmen möglicherweise nicht für Sie geeignet und Sie benötigen stattdessen das geschützte und rund um die Uhr betreute Setting einer spezialisierten Fachklinik.

Mögliche Schwerpunkte unserer gemeinsamen Arbeit

Was genau ein Mensch für die Bewältigung einer traumatischen Erfahrung benötigt, kann individuell sehr verschieden sein. Bestimmte Ressourcen sind vielleicht schon vorhanden und müssen nur zugänglich gemacht werden, vielleicht fehlt es aber auch an passenden Strategien, die dann erst erarbeitet werden müssen.
Ziele einer traumatherapeutischen Begleitung können beispielsweise sein:
Welche Schritte sinnvoll sind und wie sich der Ablauf der Therapie gestalten könnte, besprechen wir individuell und gemeinsam. Auch, welche Arbeitsmethoden zum Einsatz kommen können, stimme ich sehr individuell und mit größtmöglicher Sorgfalt auf jede und jeden Einzelnen ab.

Bewährt hat sich in meiner Praxis als Arbeitsmethode zur traumatherapeutischen Unterstützung unter anderem EMDR - Eye Movement Desensitization and Reprocessing.

Was tun bei einer akut erlebten traumatisierenden Situation?

Meine traumatherapeutische Behandlung ist NICHT geeignet für akut bzw. unmittelbar erlebte traumatische Situationen. Meine Praxis und meine Behandlungsmethoden sind ebenfalls NICHT geeignet zur akuten Krisenintervention und bei akuten Notfällen! In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an eine der folgenden Stellen:
Krisendienste Bayern, Tel. 0800 / 6553000
NOTRUFNUMMERN:
112 - Rettungsdienst und Feuerwehr
110 - Polizei
116016 - Gewalt gegen Frauen
0800 123 99 00 - Gewalt gegen Männer
0800 891 73 91 - Suizidnotruf Deutschland